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Weltmädchentag: Bildung muss zu gleichen Chancen führen
Mädchen haben heute weitgehend dieselben Bildungschancen wie Jungen. Beim Übergang in die Arbeitswelt bestehen jedoch weiterhin deutliche Unterschiede. Darauf weist Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer zum Weltmädchentag am 11. Oktober hin.
Der Weltmädchentag am 11. Oktober ist für Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer Anlass, den Blick auf die Zukunftschancen von Mädchen zu richten. „Wir vermitteln Mädchen heute zu Recht, dass ihnen alle Ausbildungswege und Berufe offenstehen. Entscheidend ist aber, dass sich diese Möglichkeiten später auch tatsächlich in gleichen Chancen im Berufsleben widerspiegeln“, betont Hofer.
Wie groß die Unterschiede zwischen Bildung und späteren wirtschaftlichen Möglichkeiten weiterhin sind, zeigt der aktuelle Global Gender Gap Report 2026 des World Economic Forum: Weltweit sind beim Bildungsstand bereits 96,9 Prozent der Geschlechterlücke geschlossen. Bei der wirtschaftlichen Teilhabe und den beruflichen Chancen liegt der Wert hingegen erst bei 61,7 Prozent. Berücksichtigt werden dabei unter anderem die Beteiligung am Arbeitsmarkt, Einkommen sowie der Zugang zu qualifizierten und verantwortungsvollen Positionen.
Auch die langfristige Entwicklung zeigt, wie unterschiedlich schnell Fortschritte erzielt werden. Betrachtet man jene Volkswirtschaften, die seit Beginn des Index im Jahr 2006 kontinuierlich untersucht werden, könnte bei gleichbleibendem Entwicklungstempo die vollständige Gleichstellung im Bildungsbereich in etwa acht Jahren erreicht werden. Bei der wirtschaftlichen Teilhabe wären dafür hingegen noch rund 129 Jahre notwendig.
„Genau hier liegt die Herausforderung: Mädchen und junge Frauen verfügen über Bildung und Qualifikationen. Diese müssen sich später aber auch in gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt, bei Einkommen, beruflicher Entwicklung und wirtschaftlicher Selbstständigkeit niederschlagen“, so Hofer.
Auch in Südtirol bestehen weiterhin Unterschiede. Laut Landesinstitut für Statistik ASTAT betrug der durchschnittliche Entlohnungsunterschied zwischen vollzeitbeschäftigten Frauen und Männern in der Privatwirtschaft im Jahr 2024 rund 17,5 Prozent.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. Rollenbilder und stereotype Erwartungen können bereits die Ausbildungs- und Berufswahl beeinflussen. Später wirken sich unter anderem die noch immer ungleiche Verteilung von Familien- und Sorgearbeit, Teilzeitarbeit sowie unterschiedliche Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten auf Einkommen und wirtschaftliche Absicherung aus.
„Gleichstellung beginnt deshalb nicht erst dann, wenn Frauen im Berufsleben Benachteiligungen erfahren“, unterstreicht Hofer. „Es ist wichtig, bereits junge Menschen für Rollenbilder und stereotype Erwartungen zu sensibilisieren. Mädchen und Jungen sollen erfahren, dass Fähigkeiten, Berufswünsche und Lebensentwürfe nicht vom Geschlecht abhängen.“
Die Gleichstellungsrätin bietet deshalb auch Schulen Informations- und Weiterbildungsangebote zu Gleichstellung, geschlechtsspezifischen Rollenbildern und Stereotypen sowie zu Mobbing in der Arbeitswelt an. Ziel ist es, junge Menschen frühzeitig zu sensibilisieren und sie darin zu stärken, ihre Ausbildungs- und Berufswahl möglichst frei von geschlechtsspezifischen Erwartungen zu treffen.
„Unser Ziel muss sein, dass ein Mädchen heute nicht nur dieselben Bildungschancen hat wie ein Junge, sondern später auch dieselben Möglichkeiten, seinen beruflichen Weg selbstbestimmt zu gestalten und wirtschaftlich unabhängig zu sein“, so Hofer abschließend.
Schulen können die Informations- und Weiterbildungsangebote der Gleichstellungsrätin bei Interesse direkt anfragen:
Kontakt: www.gleichstellungsraetin-bz.org
Tel. 0471 946003
E-Mail info@gleichstellungsraetin-bz.org
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