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Sexistische Gewalt im Netz gegen Frauen: Gleichstellungsrätin Hofer bezieht Stellung

Öffentlich sichtbar, öffentlich angegriffen: Frauen, die in Südtirol politische oder andere berufliche Funktionen, die in der Öffentlichkeit stehen, ausüben, werden immer wieder und zunehmend Ziel sexistischer Angriffe im Netz.

Erinnert daran, dass digitale Gewalt gegen Frauen kein Randphänomen ist, sondern eine strukturelle Realität, die Schutz, Benennung und gesellschaftliche Konsequenzen erfordert: Gleichstellungsrätin Hofer. (Foto: Büro der GSR)

Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer nimmt die jüngsten Vorfälle sexistischer Beleidigungen in sozialen Netzwerken zum Anlass, klar Stellung zu beziehen – und erinnert daran, dass digitale Gewalt gegen Frauen kein Randphänomen ist, sondern eine strukturelle Realität, die Schutz, Benennung und gesellschaftliche Konsequenzen erfordert.

Immer wieder lenken auch Fälle in Südtirol den Blick auf eine Realität, die gut dokumentiert ist und die die Gesellschaft gemeinsam in den Blick nehmen muss: Frauen, die öffentlich sichtbar sind, auch öffentliche Funktionen ausüben und sich mit Engagement und Sachkompetenz ihre Arbeit ausüben, werden online oft zur Zielscheibe von Angriffen auf ihre Arbeit, ihre Kompetenz und ihre Glaubwürdigkeit. Allein weil sie Frauen sind.

Legitime Kritik ist ein wesentlicher und unverzichtbarer Bestandteil jeder demokratischen Auseinandersetzung – und sie verdient es, ernst genommen zu werden", betont Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer. „Was wir in den jüngsten Vorfällen dokumentieren, geht weit darüber hinaus: Die Kommentare im Netz sind sexistisch – und damit eine Form digitaler Gewalt, die gezielt auf das Geschlecht der Betroffenen zielt, um sie zu entwerten, einzuschüchtern und ihre Stimme im öffentlichen Raum zu schwächen. Das ist inakzeptabel."

Digitale Gewalt gegen Frauen geht weit über sexistische Kommentare hinaus: Bedrohungen, Verleumdungen und koordinierte Angriffe gehören ebenso dazu. Sie trifft Frauen als Privatpersonen ebenso wie all jene, die öffentlich sichtbar sind – Journalistinnen, Aktivistinnen, Künstlerinnen und viele mehr. Als Gleichstellungsrätin konzentriert sich Brigitte Hofer auf jene Fälle, die den beruflichen Raum betreffen – im Bewusstsein, dass das gesamtgesellschaftliche Ausmaß weit größer ist. Hofer spricht ihre ausdrückliche Solidarität all jenen Frauen aus, die in der Ausübung ihres Mandats oder ihrer beruflichen Tätigkeit im Netz Ziel von Gewalt, Abwertung oder Delegitimierung geworden sind. Ihr Einsatz verdient Anerkennung und das Recht auf Schutz und Respekt gilt uneingeschränkt, auch und gerade im digitalen Raum. „Frauen in öffentlichen Funktionen lassen sich nicht einschüchtern. Und sie sollen es nicht müssen“, so Hofer.

Als Gleichstellungsrätin bekräftigt sie ihr Engagement für eine öffentliche und berufliche Kultur, die auf Anerkennung, Würde und gegenseitigem Respekt gründet – online wie offline. Das ist keine Frage der Etikette. Es ist eine strukturelle Grundvoraussetzung für echte Chancengleichheit und ein Wert, den es gemeinsam zu verteidigen gilt. „Eine Gesellschaft, in der Würde, Respekt und Schutz im beruflichen wie im digitalen Raum für alle selbstverständlich sind“, unterstreicht Hofer abschließend, „ist das gemeinsame Ziel und der Maßstab, an dem wir uns messen lassen müssen".

GSR

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