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Frauentag 2026: Gleichstellung misst sich im Arbeitsalltag
„Gleichstellung von Frauen und Männern entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern in der konkreten Möglichkeit für Frauen, ihren beruflichen Weg in allen Lebensphasen aufzubauen und fortzuführen“, unterstreicht Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer anlässlich des internationalen Aktionstags am 8. März.
Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März lenkt Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer den Blick auf weiterhin bestehende Herausforderungen bei der Gleichstellung in der Arbeitswelt. „Trotz rechtlicher Fortschritte ist die tatsächliche Gleichstellung noch nicht erreicht, insbesondere in Übergangsphasen rund um die Elternschaft“, hebt Hofer hervor.
Kündigungen nach der Geburt eines Kindes
Laut Daten des Arbeitsinspektorats haben im Jahr 2025 882 Mütter ihr Arbeitsverhältnis im ersten Lebensjahr des Kindes beendet (2024: 868). Auch bei den Vätern ist ein Anstieg zu verzeichnen (2025: 395).
Die Analyse zeigt einen deutlichen Unterschied: Bei Müttern überwiegen strukturelle Vereinbarkeitsprobleme – etwa fehlende Kinderbetreuungsplätze, hohe Betreuungskosten oder unflexible Arbeitsbedingungen –, während bei Vätern vor allem ein freiwilliger Arbeitsplatzwechsel ausschlaggebend ist.
„Diese Zahlen zeigen klar, dass hinter vielen Kündigungen von Müttern keine vollständig freien Entscheidungen stehen, sondern strukturelle Hürden“, betont Hofer.
Beratungen im Büro der Gleichstellungsrätin
Im Büro der Gleichstellungsrätin nehmen die Unterstützungsanfragen von Arbeitnehmerinnen nach der Mutterschaft zu. Die Meldungen betreffen unter anderem den Entzug von Aufgaben nach der Rückkehr, Schwierigkeiten beim Erhalt von Teilzeit, mangelnde organisatorische Flexibilität oder unangemessene Fragen zur Familienplanung.
„Wenn Frauen mich fragen, ob sie kündigen sollen, zeigt das, wie hoch der Druck ist, unter dem sie stehen“, so Hofer.
Neue Unterstützungsangebote in Vorbereitung
Im Rahmen der neuen Landesstrategie für Beschäftigung ist die Einführung strukturierter Begleitangebote vorgesehen: ein flächendeckender Beratungsdienst für kündigende Mütter sowie ein Unterstützungsangebot für Unternehmen. Die Landesarbeitskommission, der auch die Gleichstellungsrätin angehört, hat bereits eine positive Stellungnahme abgegeben.
„Entscheidend wird sein, dass diese Angebote rasch operativ werden und Frauen wie Unternehmen konkret erreichen“, erklärt Hofer.
Verantwortung der Unternehmen
Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels wird es für Unternehmen immer strategischer, weibliche Kompetenzen zu halten. Flexible Arbeitsmodelle, planbare Teilzeitlösungen und eine chancengerechte Unternehmenskultur sind zentrale Bausteine.
„Wer Fachkräfte halten will, muss Gleichstellung konkret leben. Unternehmen sind dabei zentrale Partner“, unterstreicht Hofer.
Ungleichheiten sichtbar machen
Ein wichtiges öffentliches Signal setzt auch der „Marsch in verschiedenen Schuhen für die Geschlechtergerechtigkeit“, der am 7. März in Bozen stattfindet und an dem die Gleichstellungsrätin teilnehmen wird.
„Bestehende Ungleichheiten sichtbar zu machen ist der erste Schritt, um sie zu überwinden. Initiativen wie diese helfen, Bewusstsein in konkreten Wandel zu übersetzen“, so Hofer.
Gleichstellung bleibt eine gemeinsame Verantwortung von Politik, Unternehmen und Gesellschaft. Der 8. März erinnert daran, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die Frauen echte Wahlfreiheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit ermöglichen.
Kontakt
Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer
Tel. 338/2511066
brigitte.hofer@gleichstellungsraetin-bz.org
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