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Hofer zum Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft: „Frauen fehlen dort, wo Zukunft programmiert wird“

Zum internationalen Aktionstag am 11. Februar erinnert Gleichstellungsrätin Hofer daran, dass Gleichstellung in der Wissenschaft auch in Südtirol eine zentrale Aufgabe bleibt

Gleichstellungsrätin Hofer zum Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft: „Gleichstellung in Wissenschaft und Technologie ist kein Selbstläufer" (Foto: Büro der Gleichstellungsrätin)

„Internationale Daten der UNESCO und des Weltwirtschaftsforums zeigen seit Jahren ein bedenkliches Bild: Frauen sind in Wissenschaft, Technologie und Innovation weiterhin deutlich unterrepräsentiert – insbesondere in zukunftsrelevanten Bereichen wie der künstlichen Intelligenz“, unterstreicht Gleichstellungsrätin Brigitte Hofer anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft am 11. Februar.

Laut UNESCO liegt der weltweite Anteil von Frauen in Forschung und Entwicklung unter 33 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Gendergap im Bereich künstliche Intelligenz: Analysen des Weltwirtschaftsforums zeigen, dass nur rund ein Viertel der weltweit Beschäftigten im KI-Bereich Frauen sind – in leitenden Funktionen sogar deutlich unter 15 Prozent. „Gerade dort, wo neue Technologien entwickelt werden, die unseren Alltag, den Arbeitsmarkt und gesellschaftliche Entscheidungen zunehmend prägen – dort also, wo die Zukunft programmiert wird –, sind Frauen massiv unterrepräsentiert“, hebt Hofer hervor.

Auch in Südtirol zeigt sich dieses bedenkliche Muster. Der Genderreport Südtirol 2024 von Eurac Research belegt, dass Frauen zwar hohe Bildungsabschlüsse erreichen, in technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen, Forschungspositionen und Führungsfunktionen jedoch deutlich seltener vertreten sind. Diese Unterrepräsentanz ist nicht zufällig. Geschlechterstereotype, männlich geprägte Arbeits- und Forschungskulturen, unsichere Karrierewege sowie Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellen weiterhin zentrale Hürden dar und führen dazu, dass viele hochqualifizierte Frauen Wissenschaft und Technologie frühzeitig verlassen.

Die geringe Präsenz von Frauen in Wissenschaft und Technologie hat zudem direkte Auswirkungen auf die Einkommensgerechtigkeit. Da Forschungs-, Technologie- und Innovationsberufe zu den besser entlohnten Tätigkeiten zählen, verstärkt der eingeschränkte Zugang von Frauen zu diesen Bereichen bestehende Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern und trägt zur Verfestigung des Gender-Pay-Gaps bei.

„Der Gendergap in Wissenschaft und KI ist kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem“, betont Gleichstellungsrätin Hofer. „Diese Zahlen dürfen nicht einfach zur Kenntnis genommen werden, sondern müssen ernst genommen und in konkrete Maßnahmen übersetzt werden.“

Neben politischen Maßnahmen kommt dem Bildungssystem eine Schlüsselrolle zu. Weibliche Vorbilder aus Wissenschaft und Technik – von historischen Persönlichkeiten wie Marie Curie oder Lise Meitner bis hin zu heutigen Forscherinnen – müssen sichtbarer gemacht und stärker in Schule und Berufsorientierung eingebunden werden, um Mädchen frühzeitig Perspektiven zu eröffnen.

„Gleichstellung in Wissenschaft und Technologie ist kein Selbstläufer. Sie erfordert gezielte Förderung, klare politische Verantwortung und den Abbau struktureller Hürden entlang der gesamten Bildungs- und Erwerbsbiografie“, so Brigitte Hofer abschließend.

Quellen (für die Redaktion):
UNESCO – Women in Science
Weltwirtschaftsforum (World Economic Forum) – Gender Parity in the Intelligent Age
Eurac Research – Gender Report Südtirol 2024

Brigitte Hofer, Gleichstellungsrätin,
Tel. 338/2511066,
brigitte.hofer@gleichstellungsraetin-bz.org

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