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Monitoringausschuss für ein Südtirol ohne Barrieren

Barrierefreiheit der öffentlichen Gebäude bereits ab der Projektierung, haptische und visuelle Informationen, eigene Apps, Sensibilisierung des Personals bei den Öffis, Dienste auch in der Peripherie – das sind die nötigen Maßnahmen, um Menschen mit, aber auch ohne Behinderung barrierefreien Zugang und Mobilität zu ermöglichen. Die Ergebnisse der öffentlichen Sitzung des Monitoringausschusses für Behindertenrechte.

Morandini bei der öffentlichen Sitzung mit den Übertragungen in Schrift und Gebärdensprache (Foto: Landtag/Werth)

Barrierefreie Haupteingänge bei öffentlichen Gebäuden, haptische und visuelle Notfallinformationen, verständliche Stundenpläne, inklusive Schulbusse – solche Dinge und noch mehr brauchen Menschen mit Behinderung, um sich frei bewegen zu können und Zugang zu Informationen und Diensten zu erhalten. Dies wurde bei der heutigen öffentlichen Sitzung des Monitoringausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderung deutlich, die heute im Meeting & Event Center bei der Messe Bozen stattfand und an der Menschen mit Behinderung, Angehörige, Fachleute und Interessierte teilgenommen haben.

Die Vorsitzende des Ausschusses Michela Morandini wies eingangs auf die Barrierefreiheit der Veranstaltung hin, im Zugang wie in der Kommunikation, mit Übersetzung in Gebärdensprache, Videoschrift und erklärenden Bildern. „Nachdem wir bereits drei Bereiche wie unabhängiges Wohnen, Arbeit und Mobilität untersucht haben, wollen wir heute von Betroffenen hören, was es laut ihrer Erfahrung braucht, um Barrierefreiheit zu erreichen, für eine bessere Lebensqualität aller, nicht nur der Menschen mit Behinderung.“ Morandini stellte die Mitglieder des Ausschusses vor: Max Silbernagl, Leonidas Sarti, Dorothea Passler Mair, Antonio Endrizzi und Marion Hartmann, Selbstvertreter als Menschen mit Behinderungen, sowie den Experten für Inklusion Sascha Plangger.

Landtagspräsident Josef Noggler dankte den Ausschussmitgliedern für ihre Bereitschaft und zitierte aus der UN-Konvention zu den Rechten der Menschen mit Behinderung, welche besagt, dass „Behinderung aus der Wechselwirkung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und einstellungs- und umweltbedingten Barrieren entsteht, die sie an der vollen, wirksamen und gleich berechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hindern“. Dazu ergänzte Noggler: „Bestimmte Beeinträchtigungen kann man nicht beseitigen, wohl aber Hindernisse.“ Alle Gesetze der Welt, auch nicht das Landesgesetz zur Inklusion, würden nicht reichen, wenn man nicht wisse, wie sie umzusetzen seien: „Nur Sie können uns das sagen.“

Landesrätin Waltraud Deeg dankte dem Monitoringausschuss für seine Sensibilisierungsarbeit und fügte hinzu: „Es gibt sichtbare und unsichtbare Barrieren, aber alle behindern die Teilnahme an der Gesellschaft und das selbstbestimmte Leben – es ist unser aller Pflicht, sie abzubauen.“

Was zu tun ist, um ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, diskutierten die Mitglieder des Ausschusses anschließend zusammen mit den anderen Teilnehmern der Sitzung in vier Workshops, die dem Zugang zu öffentlichen Orten, zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Information und Kommunikation und zu allem, was in Südtirol in Sachen Barrierefreiheit und Mobilität noch nötig ist. Neben den eingangs erwähnten Maßnahmen wurde unter anderem auch vorgeschlagen, entsprechende Fachleute bei der Projektierung öffentlicher Gebäude einzubinden, ebenso Apps, die visuell und akustisch über die Fahrpläne informieren, eine Sensibilisierung der Fahrer, Taxidienste im ländlichen Raum, interaktive Schalter für den Notfall, kommunale Pläne zu Inklusion und Teilhabe.

„Die Ergebnisse werden nun vom Ausschuss bewertet, in leichte Sprache übersetzt und mit Fachleuten diskutiert“, kündigt Morandini an, „wir werden prüfen, was in Südtirol noch fehlt und dann den politischen Verantwortungsträgern Bericht erstatten.“

AM

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